Zwingerfestspiele Dresden
Moderne Interpretation einer tragischen Liebe
Zwingerfestspiele Dresden: Open-Air-Theater vor spektakulärer Kulisse
unter der Regie von Dieter Wedel
Vor der einzigartigen Kulisse des Dresdner Zwingers, dem Originalschauplatz einst großer höfischer
Feste, inszeniert Regisseur Dieter Wedel im Rahmen der ersten Zwingerfestspiele Dresden vom 5. bis
21. August 2011 mit einem hochkarätig besetzten Schauspieler-Ensemble eine fesselnde
Liebesgeschichte zwischen Barock und Gegenwart. Damit kehrt die Geschichte um August den Starken
und die Gräfin Cosel an ihren Ursprungsort zurück - modern inszeniert, leidenschaftlich, spannend,
anspruchsvoll.
Dieter Wedel plant allerdings keinen barocken Kostümschinken. Mit dem Stück "Die Mätresse des
Königs" von Erfolgsautor John von Düffel, das im Rahmen der Zwingerfestspiele 2011 als Open-Air-Theater
uraufgeführt wird, will er eine Brücke schlagen. Eine Brücke zwischen der Vergangenheit, als
August der Starke als sächsischer Sonnenkönig herrschte, und der Gegenwart. Denn die Geschichte von
Kurfürst Friedrich August I., was ihn bewegte und antrieb, ist heute ebenso wenig überholt wie ein so
starkes Gefühl wie die große Liebe, die er für die Gräfin Cosel empfand. Auch die politischen
Widerstände, auf die August damals stieß, sind in ihren Grundzügen auch in der heutigen Zeit immer
wieder anzutreffen.
Für die zeitgenössische Inszenierung von "Die Mätresse des Königs" hat Dieter Wedel ein Ensemble aus
bedeutenden Theaterschauspielern und populären Filmdarstellern zusammengestellt, wie es in Dresden
noch auf keiner Bühne zu sehen war. Als Verbeugung vor Sachsen hat der Regisseur die Hauptrollen mit
heimischen Mimen besetzt. August der Starke wird von dem in Pirna geborenen Götz Schubert ("KDD-
Kriminaldauerdienst") verkörpert. Für die Rolle der Gräfin Cosel wählter Dieter Wedel die gebürtige
Zwickauerin Teresa Weißbach ("Sonnenallee") aus. Darüber hinaus zählen so renommierte Darsteller
wie Helmut Zierl, Anouschka Renzi, Dirk Bach, Agata Buzek, Tom Quaas, Roland Renner und Gunnar
Möller zum Ensemble.
Den Besucher erwartet ein bewegendes und modernes Drama um Liebe, Macht und Verrat - mitreißend
und überraschend, denn die Vergangenheit und Gegenwart wechseln sich in der Inszenierung immer wieder
ab. Die Zuschauer werden so von einer Liebesgeschichte in ihren Bann gezogen, die sich auch in der
heutigen Zeit genau so ereignen könnte.
Die Zwingerfestspiele 2011 werden jeden Abend 1800 Besucher in den Dresdner Zwinger locken.
Zwingerfestspiele Dresden -"Die Mätresse des Königs"- 5. bis 21. August 2011
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Gruppenreisen sind buchbar unter
www.zwinger-festspiele.de
"Die Mätresse des Königs"
"Aus der Geschichte wissen wir, wie die Personen sich verhalten haben. Aber wir wissen nicht, warum.
Das Stück bietet Antworten auf diese Fragen. Es ist kein buntes Historienspektakel, sondern ein
großes, modernes Drama über die Vereinsamung durch Macht, die Vergänglichkeit von Liebe und die
Zwänge, denen politische Karrieren zu allen Zeiten unterliegen." (Dieter Wedel, Regisseur)
Wer war der Mann, den Zeitgenossen spöttisch "den Starken" nannten? Er selbst hätte wohl den
Beinamen "der Große" oder "der Kluge" vorgezogen. Was interessiert Theaterbesucher von heute noch
an dem "sächsischen Sonnenkönig", dem glücklosen Feldherrn, dem leidenschaftlichen Kunstliebhaber
und unersättlichen Weiberhelden?
Aus Rom und Florenz wird er überraschend zurückgerufen, um das Amt des Staatsoberhauptes
anzutreten. Er will große Siege erringen, aber er ist kein Schlachtenlenker. Über seine Niederlagen
versucht er sich mit zahlreichen Affären hinwegzutrösten - wie ein ausgebrannter Manager, der sich an
den ständig wiederkehrenden Tiefpunkten seiner Karriere durch Liebschaften mit schönen Frauen
ablenkt. August begegnet der schönen, klugen und starken Gräfin Cosel. Sie wird zur Liebe seines
Lebens.
Um sie zu beeindrucken, lässt er Architekten und Künstler, die er auf seinen Italienreisen kennen gelernt
hat, nach Dresden kommen. Mit immer neuen, immer grandioseren Bauwerken will er seiner Liebe
huldigen. Dabei bewirkt er für Dresden und Sachsen mehr, als jede gewonnene Schlacht das vermocht
hätte. Er verschuldet sich hoch und versucht verzweifelt, Geld aufzutreiben. Er befiehlt einem Chemiker,
Gold herzustellen. Dabei entdeckt er so ganz nebenbei das Rezept, nach dem die Chinesen seit
Jahrhunderten Porzellan herstellen. August erkennt sofort die wirtschaftlichen Möglichkeiten, gründet
die Dresdner Porzellan-Manufaktur und befreit sich von seinen Schulden.
Je mehr er an Ansehen und Macht gewinnt, desto mehr verliert die Frau, die ihm in schwierigen Zeiten
Halt gab und kluge Ratgeberin war, an Einfluss. Der Fürst entledigt sich schließlich all jener, die Zeugen
seines Niedergangs waren. Er verbannt die Gräfin Cosel, die sein zeitweises Versagen hautnah miterlebt
hat, auf die Burg Stolpen. Für viele Jahrzehnte. Und sie bleibt auch dort, nachdem der Kurfürst längst tot
ist.
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